Freitag, 29. November 2013

Persönlichkeitsstörung Nr.1

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Ich wunderte mich heute über mich selber. Seit 20 Jahren bin ich in wunderbarster ausgefeiltester und verschwenderischster Weise dazu fähig gewesen, einen, zwei, sogar drei oder vier Tage lang nichts zu tun, außer zu lesen oder Musik zu hören und aus dem Fenster zu sehen.
Nun bin ich also seit Mittwoch krank geschrieben, Nebenhöhlenentzündung, nervige Sache. Und abgesehen von gestern, wo ich kaum etwas getan habe als mich zum Arzt zu schleppen und danach weiterzuschlafen, war sahen meine einzigen Vorhaben für die nächste Zeit genau so aus wie oben beschrieben. Nur mit ein klein wenig mehr Schlaf eventuell.
Aber seitdem ich heut irgendwann gegen mittag vom Pfannkuchengeruch meines lieben Mitbewohners wach wurde, verspüre ich doch tatsächlich das seltsame Bedürfnis irgendetwas sinnvolles mit meiner Zeit anzufangen! Und das obwohl ich krank bin!
Ich hoffe noch darauf, dass das eine seltsame Nebenwirkung der Tabletten oder zumindest der Krankheit ansich ist, denn ich hoffe nicht dass sich meine Persönlichkeit dazu entwickelt in Zukunft nicht mehr gepflegt mal gar nichts tun zu können..
So habe ich nun also trotz der echt fiesen Kopfschmerzen endlich mein Fotoprojekt in der Küche angefangen (was ich auch abgeschlossen hätte, wenn mir nicht das abrupte Ende des doppelseitigen Klebebandes einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte).

Dabei liefen im Radio ein paar grässliche Party-Songs, und ich sah mich gezwungen auf Klassik-Radio umzuschalten. Abgesehen von ein paar echt fiesen Schnulzen war ich vom Programm angenehm überrascht. Tom Waits, Jeremy Davenport und als Krönung der unvergleichliche Louis Armstrong.
Hab dann munter weiter Fotos aufgehängt, diesen großartigen Musikern gelauscht und sogar noch zusätzlich zu meinem eigenen Abwasch den meiner lieben Mitbewohner erledigt. Rettet mich!

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